Seit Jahresbeginn steigen zentrale Kryptobörsen tief in den Markt für Prognose- bzw. Event-Trading ein. Kurz nacheinander haben sowohl Coinbase als auch Crypto.com neue Plattformangebote angekündigt bzw. gestartet, mit denen private Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse – von Sportereignissen über Politik bis zu kulturellen Entwicklungen – setzen können. Diese Entwicklung fällt in einen breiteren Trend, bei dem etablierte Handelsplätze ihr Produktportfolio weit über klassisches Krypto-Trading hinaus ausdehnen.
Coinbase weitet landesweite Prognosemärkte aus
Die US-Börse Coinbase hat ihr Angebot an Prognosemärkten Ende Januar flächendeckend in allen 50 US-Bundesstaaten aktiviert. Die Funktion wurde in Kooperation mit dem regulierten US-Anbieter Kalshi eingeführt und ermöglicht Kunden, sogenannte Event-Kontrakte direkt über die Coinbase-App zu handeln. Dabei handelt es sich um binäre Märkte, bei denen der Vertrag nach einem Ja-/Nein-Ergebnis eines Ereignisses abrechnet, etwa „Wird Team X das Spiel gewinnen?“ oder „Liegt das US-BIP über Erwartung?“.
Die Preisbildung erfolgt dabei durch Angebot und Nachfrage im Markt, nicht durch von der Plattform gesetzte Quoten.
Die vollständige nationale Veröffentlichung folgt auf eine frühere, eingeschränkte Verfügbarkeit in einzelnen Regionen. Coinbase selbst beschreibt das Produkt als Möglichkeit, auf realweltliche Ereignisse zu „horten“ und Prognosen in handelbare Marktpreise umzuwandeln, ähnlich etablierten Vorhersagemärkten wie Polymarket oder Kalshi selbst. Der Einsatz kann sowohl in US-Dollar als auch über Stablecoin-Guthaben in USDC erfolgen, was Coinbase-Kunden bereits vertraut ist.
Coinbase has launched a prediction market platform, Coinbase Predict, allowing users to trade on real-world events across sports, politics, crypto, and culture, available in all 50 U.S. states. Previously, the Nevada Gaming Control Board filed a civil lawsuit against Coinbase,…
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) February 4, 2026
Regulatorisch ist das Angebot in den USA signifikant, da es unter der Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) steht, was eine andere Einordnung als klassisches Sport- oder Glückspiel erlaubt. Diese regulatorische Einordnung ist nicht unumstritten: In mehreren Bundesstaaten gab es bereits Auseinandersetzungen darüber, ob Prognosemärkte nicht doch unter staatliche Glücksspielgesetze fallen sollten.
Crypto.com startet eigenständige Plattform „OG“
Zeitgleich hat Crypto.com eine eigene Prognosemarktplattform namens OG gestartet, die sich zunächst auf den US-Markt konzentriert und kurz vor einem der größten Sportereignisse des Jahres live ging. OG wird von Crypto.com | Derivatives North America (CDNA) betrieben, einer registrierten CFTC-Clearing- und Handelsstelle, und bietet Nutzern ebenfalls den Handel mit Event-Kontrakten zu Themen wie Sport, Politik, Finanzen und Unterhaltung.
Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal von OG ist das geplante Angebot von Margin- bzw. gehebelten Positionen auf Prognosekontrakte, was es von bisherigen Plattformformaten abheben soll – ein Ansatz, der allerdings auch höhere Risiken für die Nutzer impliziert. Zusätzlich integriert OG soziale Elemente wie Ranglisten und Belohnungen, etwa bis zu 500 US-Dollar für die ersten eine Million registrierter Nutzer.
We’re excited to officially unveil the new era of prediction markets for sports fans with the launch of OG! Make your call now at https://t.co/X9D1s2StPQ.
Read more here: https://t.co/a2FrohML3B pic.twitter.com/6suaOYy1yL
— Crypto.com (@cryptocom) February 3, 2026
Die Lancierung als eigenständige App statt als integriertes Feature signalisiert, dass Crypto.com den Prognosemarkt als eigenen Wachstumsbereich betrachtet, der starkes Nutzerinteresse generiert. Laut Unternehmensangaben hat die Nachfrage nach derartigen Vertragsarten in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen, was die Entscheidung zur Ausgründung eines eigenen Produkts begünstigt hat.
Kommen dezentralisierte Prognosemärkte auf Bitcoin?
Die aktuellen Vorstöße großer Börsen in regulierte Prognosemärkte verdeutlichen, wie stark das Interesse an Event-basiertem Trading zuletzt zugenommen hat. Gleichzeitig rückt damit eine grundlegende Frage in den Fokus: Auf welcher Infrastruktur lassen sich solche Anwendungen langfristig skalierbar, transparent und möglichst neutral abbilden?
Während viele der heute genutzten Plattformen auf bestehenden Smart-Contract-Netzwerken aufsetzen, wächst parallel das Interesse an Lösungen, die diese Konzepte auch auf Bitcoin-Basis ermöglichen. Voraussetzung dafür sind leistungsfähige Layer-2-Strukturen, die neue Anwendungsfälle jenseits reiner Wertaufbewahrung eröffnen.
Vor diesem Hintergrund rückt aktuell ein Projekt stärker in den Blick, das genau diese Lücke adressieren will.
Bitcoin Hyper positioniert sich als Layer-2-Lösung für das Bitcoin-Ökosystem, mit dem Ziel, komplexere Anwendungen direkt auf Bitcoin-Sicherheitsniveau zu ermöglichen. Dazu zählen neben DeFi-Anwendungen ausdrücklich auch dezentrale Prognosemärkte, die bislang vor allem auf Ethereum- oder Solana-basierten Netzwerken umgesetzt werden. Das Projekt verfolgt den Ansatz, Bitcoins Liquidität und Vertrauensbasis mit einer performanten Ausführungsschicht zu kombinieren, um Anwendungen zu ermöglichen, die bislang als technisch kaum umsetzbar galten.

Das aktuelle Marktinteresse spiegelt sich vor allem im laufenden Presale wider. Nach Projektangaben wurden bereits mehr als 31 Millionen US-Dollar eingesammelt, was auf eine ungewöhnlich hohe Aufmerksamkeit in einer Phase hindeutet, in der viele Investoren selektiver agieren. Beobachter führen das unter anderem auf das übergeordnete Narrativ zurück: Bitcoin nicht nur als passives Wertaufbewahrungsmittel, sondern als Basis für neue Finanz- und Informationsmärkte. Prognosemärkte gelten dabei als besonders sensibler Anwendungsfall, da sie sowohl Skalierbarkeit als auch Sicherheit erfordern.
Bitcoin Hyper versucht, sich in diesem Umfeld durch die klare Fokussierung auf Bitcoin-Layer-2-Infrastruktur von bestehenden Lösungen abzugrenzen. Sollte sich die Adoption solcher Layer-2-Netzwerke weiter beschleunigen, könnten auch Anwendungen wie dezentrale Prognosemärkte auf Bitcoin realistisch werden.
Der Presale ist in mehrere Preisstufen unterteilt, wodurch frühe Teilnehmer Buchgewinne erzielen können. Der Erwerb erfolgt über die Projektwebsite, indem eine kompatible Wallet verbunden und der Token-Tausch durchgeführt wird.





